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10. Mai 2006: Bundesweite Aktion zum 72. Jahrestag der Bücherverbrennung von 1933 wird wiederholt

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Lesungen aus Werken »undeutscher« Autoren

Schon Heinrich Heine (1797 bis 1856) wusste: »(...) dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen«, wie er 1821 in seiner Tragödie »Almansor« verlauten ließ. Eine Wahrheit, wie sie aktueller nicht sein könnte.

Von Adriana Rossi, April 2005

Göppingen. Auch 72 Jahre nach der ruchlosen Bücherverbrennung unter Adolf Hitler stiften Nationalsozialisten Unruhe im Land und säen Zwietracht innerhalb der Bevölkerung. Um diesen Tendenzen, die ihren neuerlichen Höhepunkt im Skandal um die zwölf NPD-Abgeordneten im sächsischen Landtag erreichten, entgegen zu wirken, hat der Göppinger Schauspieler, Regisseur und Kommunikationstrainer Wolfgang Klein einen bislang einmaligen Aufruf unter dem Titel »Bücher aus dem Feuer« gestartet: Am 10. Mai »Bedenken« Menschen aller Couleur der in mehreren Städten systematisch durchgeführten Bücherverbrennung von 1933. Von so genannten »Feuersprüchen« begleitet, verzehrten damals die Flammen unzählige Werke von Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Arthur Schnitzler, Karl Kraus, Sigmund Freud, Erich Kästner. Kurt Tucholsky, Hugo von Hofmannsthal und zahlreichen anderen Autoren aus Publizistik und Wissenschaft.
Diesen zu Ehren und wider das Vergessen sollen am kommenden Jahrestag in möglichst vielen deutschen Städten und Gemeinden möglichst zur gleichen Zeit mindestens für zehn Minuten Texte aus den Publikationen vorgelesen werden, die unter der Hitler-Diktatur auf den damals eigens errichteten Scheiterhaufen massenhaft vernichtet wurden. »Die Aktion findet an diesem Tag zwei Mal statt. Und zwar morgens, etwa um 11 Uhr, an allen Schulen, Universitäten und so weiter von Lernenden und Lehrern, und abends, etwa zwischen 19 und 20 Uhr, in allen Theatern, Opern und dergleichen mehr, jeweils vor den Aufführungen, sowie auf öffentlichen Plätzen, vor oder in Rathäusern, in Bibliotheken, Museen, Buchhandlungen ...«, wie der Initiator und Projektleiter erläutert. Schließlich gehe es um das sozial- und gesellschaftspolitische Ansehen der Bundesrepublik. »Nicht die mancherorts wieder massiv auftretenden Neo-Nazis sind die Repräsentanten der Kultur-Nation Deutschland - das sind vielmehr wir!« Klein, sowie der ideelle Träger dieser Aktion - der Berufsverband Deutscher Schauspieler (IDS) mit Unterstützung durch das Paul-Klinger-Künstlersozialwerk - sind überzeugt: »Wenn unsere Idee sich im ›Schneeballsystem‹ ausbreitet und viele Institutionen in Eigeninitiative solche Lesungen veranstalten, dann haben wir ein unübersehbares Signal gesetzt!«
Dank der großen Popularität des 53-jährigen Fernseh- und Bühnen-Mimen haben bis heute auch schon zahlreiche Prominente ihre Teilnahme an der Aktion zugesagt, darunter Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, der bayerische Staatsminister Dr. Thomas Goppel, der Journalist Giovanni di Lorenzo, der Verleger Dr. Dirk Ippen, der bayerische Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, der ARD-Vorsitzender Dr. Thomas Gruber, die Moderatoren Johannes B. Kerner und Barbara Dickmann sowie Initiativen wie die Weiße Rose Stiftung und die Stiftung Lesen. »Und es werden täglich mehr, freut sich Klein. Wer zu dem Projekt ebenfalls seinen Beitrag leisten möchte, kann beispielsweise das Teilnahmeformular auf der Website www.buecherlesung.de ausfüllen. Unter dieser Internetadresse finden sich auch viele weitere Informationen.
 

 
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